Maschine und vorgesehene Verwendung erfassen
Der Begriff Maschine umfasst sehr unterschiedliche Anlagen. Für ein belastbares Prüfprogramm werden Bauart, Hersteller, technische Dokumentation, vorgesehene Verwendung und die sicherheitsrelevanten Schnittstellen benötigt. Verkettete Anlagen verlangen außerdem eine klare Abgrenzung der betrachteten Teile.
Umbauten, neue Werkzeuge und Änderungen an Steuerung oder Schutzkonzept sollten in der Historie erfasst werden. Nicht jeder Serviceeinsatz ist automatisch eine prüfpflichtige Änderung; die Bewertung muss jedoch nachvollziehbar erfolgen. Eine unklare Änderung darf nicht durch eine neue Terminplakette verdeckt werden.
Grundlagen: DIN EN ISO 12100 – Risikobeurteilung und Risikominderung ↗ · BetrSichV § 14 – Prüfung von Arbeitsmitteln ↗
Schutzeinrichtungen und Funktionen fachgerecht prüfen
Die Vorbereitung klärt den sicheren Zustand für die Untersuchung und das Verfahren für notwendige Funktionstests. Prüfpunkte können mechanische Einrichtungen, Steuerungen, Verriegelungen und andere sicherheitsrelevante Funktionen betreffen. Der konkrete Umfang ergibt sich aus der Maschine und den maßgebenden Unterlagen.
Eine Schutzeinrichtung darf für den normalen Weiterbetrieb nicht umgangen werden, nur weil sie einen Arbeitsablauf verlangsamt. Wird eine Manipulation oder Störung festgestellt, werden Ursache und sichere Abhilfe geklärt. Funktionstests müssen unter Bedingungen stattfinden, die die prüfende Person und andere Beschäftigte schützen.
Grundlagen: DIN EN ISO 12100 – Risikobeurteilung und Risikominderung ↗ · BAuA: TRBS 1201 – Prüfungen und Kontrollen ↗
Risikobeurteilung und betriebliche Prüfung unterscheiden
DIN EN ISO 12100 behandelt die Risikobeurteilung und Risikominderung bei der Gestaltung von Maschinen. Sie hilft, die Systematik technischer Schutzmaßnahmen einzuordnen. Daraus folgt aber kein universeller jährlicher Prüfplan für jede bestehende Maschine.
Der Betreiber beurteilt die Verwendung unter den konkreten Arbeitsbedingungen. Er legt erforderliche Prüfungen und geeignete Personen fest und berücksichtigt dabei Herstellerangaben sowie gegebenenfalls spezielle Vorschriften. Für Elektroausrüstung, Druckteile oder Hebefunktionen können zusätzliche, getrennt zu dokumentierende Prüfanforderungen bestehen.
Grundlagen: DIN EN ISO 12100 – Risikobeurteilung und Risikominderung ↗ · BetrSichV § 3 – Gefährdungsbeurteilung und Prüffristen ↗
EU-Maschinenverordnung: Was sich wann ändert
Die Verordnung (EU) 2023/1230 betrifft das europäische Produktrecht für Maschinen. Ihr allgemeiner Anwendungsbeginn ist nach der amtlichen Berichtigung der 20. Januar 2027. Für den Übergang sind die jeweiligen Vorschriften und Zeitpunkte des Inverkehrbringens maßgeblich; die Richtlinie 2006/42/EG darf bis dahin nicht pauschal aus den Unterlagen gestrichen werden.
Diese Produktrechtsregelungen ersetzen die Betreiberpflichten nicht. CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung gehören zu einer anderen Ebene als die wiederkehrende Prüfung im Betrieb. Bei Änderungen an einer bestehenden Maschine können zusätzlich produktrechtliche Fragen entstehen, die eine eigene fachliche Bewertung verlangen.
Grundlagen: Verordnung (EU) 2023/1230 – Maschinen ↗ · EU-Maschinenverordnung: amtliche Berichtigung des Anwendungsbeginns ↗ · Richtlinie 2006/42/EG – Maschinen ↗
Beispiel: Eine Schutztür meldet unregelmäßige Fehler
An einer Maschine tritt wiederholt eine Störung an einer Schutztür auf. Statt den Kontakt zu überbrücken, wird die Störung mit Betriebszustand und Fehlermeldung dokumentiert. Die zuständige Fachstelle untersucht die Ursache und legt die Instandsetzung fest.
Die Geräteakte verbindet Befund, ausgeführte Arbeiten und die Prüfung der betroffenen Schutzfunktion. Ein Abschlussvermerk nennt den tatsächlich geprüften Umfang. Wenn andere Teile der Maschine nicht Gegenstand waren, werden sie durch diesen Nachweis nicht stillschweigend mitfreigegeben.
Bestand und Fristen vorbereiten
Für diesen Bereich sind die Geräteverwaltung und die Planung von Fristen vorbereitet. Sie können die Anlagen im Bestand ihrer Gerätefamilie zuordnen. Eine eigene freigegebene Fachvorlage für sämtliche beschriebenen Prüfungen ist daraus noch nicht abzuleiten: Fachprüfung in Vorbereitung.
Beginnen Sie mit einer eindeutigen Gerätenummer und einem nachvollziehbaren Standort. Legen Sie fest, wer Termine bearbeitet und wie Mängel an die verantwortliche Stelle gelangen. Ein erledigter Softwarevorgang ersetzt keine qualifizierte Prüfentscheidung. Der tatsächliche Nachweis muss zum Gerät, zum Prüfanlass und zum ausgeführten Umfang passen.
Häufige Fragen
Ersetzt CE die wiederkehrende Maschinenprüfung?
Nein. CE betrifft die anwendbaren Produktanforderungen. Der sichere Zustand unter den betrieblichen Einsatzbedingungen muss weiterhin beurteilt und entsprechend den geltenden Anforderungen geprüft werden.
Gilt ab sofort ausschließlich die neue Maschinenverordnung?
Nein. Der allgemeine Anwendungsbeginn ist der 20. Januar 2027; einzelne Bestimmungen und Übergangsfälle sind gesondert zu beachten. Der konkrete Fall ist nach den geltenden zeitlichen Vorgaben einzuordnen.
Quellen und fachliche Einordnung
Redaktionsstand: 25.09.2026. Die verlinkten Gesetze, Regeln und Herausgeberinformationen sind nach ihrem jeweiligen Anwendungsbereich zu lesen. Bei DIN-/EN-Normen erläutern wir die öffentlich zugänglichen Katalogangaben; kostenpflichtige Normvolltexte werden nicht wiedergegeben. Die konkrete Prüfung richtet sich zusätzlich nach Herstellerunterlagen, Einsatz und erforderlicher Fachqualifikation.
- DIN EN ISO 12100 – Risikobeurteilung und Risikominderung ↗
- BetrSichV § 14 – Prüfung von Arbeitsmitteln ↗
- BAuA: TRBS 1201 – Prüfungen und Kontrollen ↗
- BetrSichV § 3 – Gefährdungsbeurteilung und Prüffristen ↗
- Verordnung (EU) 2023/1230 – Maschinen ↗
- EU-Maschinenverordnung: amtliche Berichtigung des Anwendungsbeginns ↗
- Richtlinie 2006/42/EG – Maschinen ↗